| Auf ein Wort |
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Wer schwach sein kann, der ist stark (von Dirk Zimmer, Pastor der EFG Herford) Einige Fußballprofis tun's, und auch der Bundespräsident tut es gerade in diesen Tagen: Zugeben, dass sie Schwächen haben, schwach sind. Nach dem Selbstmord von Robert Enke hat sich tatsächlich etwas im Profigeschäft verändert: Da sind nun schon einige Fußballer für eine Zeit ausgestiegen, weil sie den Druck nicht mehr aushalten konnten. Hut ab, wer das zugibt. In der Politik tut man sich da noch schwerer, auch wenn unser Bundespräsident gerade für sich in Anspruch genommen hat, Mensch zu sein, und Menschen machen bekanntlich Fehler. Allerdings kann ich mich bei ihm wie zuvor bei von Guttenberg des Eindrucks nicht erwehren, dass hiermit Fehler entschuldigt und bagatellisiert werden sollen, anstatt sich voll für sie verantwortlich zu erklären. Das hatte Margot Käßmann doch vor einiger Zeit vorgemacht. Sie hatte ihre Schwäche zugegeben, ohne mit ihrer Menschlichkeit zu kokettieren, und hatte schlicht und einfach die Verantwortung dafür übernommen. Auch hier: Hut ab, wer so handelt.
Wer so ehrlich und wahrhaftig mit seiner Schwäche umgeht, der zeigt eine Stärke, die der sehr verbreiteten Vorstellung des starken, allem trotzenden Helden entgegensteht. Von einer solchen ganz anderen Stärke spricht auch die Jahreslosung aus dem 2. Brief des Paulus an die Korinther (12,9). Da hat sich der große Apostel Paulus von Christus selbst sagen lassen müssen: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Doch er war darüber gar nicht traurig, sondern schreibt dann wenige Sätze später: "Ich freue mich an meinen Schwachheiten. Denn wenn ich schwach bin, bin ich stark." Paulus kokettiert nicht mit seiner Schwachheit, will sich nicht aus seiner Verantwortung stehlen. Ganz im Gegenteil. Nur macht er deutlich, dass seine Kräfte begrenzt sind, und dass gerade an diesen Grenzen die Kraft des Christus sichtbar wird. Zum Beispiel darin, dass er zu seinen Fehlern stehen kann, oder dazu, dass er kein großer Redner ist - was ihm von etlichen vorgeworfen wurde. Er will und kann die gute Nachricht von Jesus Christus den Menschen nicht mit Worten einhämmern, sondern - ganz im Sinne dieses Christus - zur Versöhnung mit Gott durch Christus einladen. Dass diese Einladung zu Herzen geht, das ist Sache des Heiligen Geistes.
Die Jahreslosung lädt dazu ein, seine Schwächen und Begrenzungen nicht hinter der Fassade unbezwingbarer Stärke zu verstecken. Im Getriebe dieser Welt, in Beruf, Politik, Leistungssport usw. ist das nicht leicht. Es verlangt eine innere Stärke, die Christus schenken will. Ich wünsche Ihnen und mir diese Stärke im Jahr 2012 und darüber hinaus.
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