ACTIon4U unterwegs – Leipzig

ACTIon4U unterwegs
Jugendleiter Weiterbildung in Leipzig

Ist Herford der Nabel der Welt? Am verlängerten Pfingstwochenende  wollten wir diese Frage  mit einem Besuch in Leipzig klären. Isabell(16), Eike(16) und Werny(61) machten sich auf den Weg dorthin. Schwager Steffen bot uns eine Herberge mit Vollpension samt einer Kubanischen Bar im Haus. Nach der langen Reise in ständigen Pfingststaus konnten wir uns in der Multi Kulti Bar davon überzeugen, dass Ausländer im Osten offensichtlich kein echtes Problem sind. Kubaner, Senegalesen, und Sachsen haben sich gut verstanden und die Ankunft der Herforder Abordnung gefeiert. Als Höhepunkt des Abends durften wir den diesjährigen 3. Platz von „Deutschland sucht den Superstar“  Thomas Katrozan in unserer Runde begrüßen. Ein netter Kerl, dessen Raggae Musik uns gut gefiel.

Unser Quartiermeister Steffen war ein ehemals unbeugsamer DDR Bürger, der als junger Mensch einige Zeit als politischer Gefangener in Stasi Gefängnissen verbracht hat, bevor er vom Westen frei  gekauft wurde. Er erzählte einige Geschichten  aus seinem Leben in der DDR und begleitete uns später durch die Ausstellung  „Zeitgeschichtliche Forum Leipzig“, in dem die diktatorische Geschichte der DDR gut  aufgearbeitet wird.  Ein Aspekt der Ausstellung beschäftigte sich mit der Rolle der Christen und der Kirchen während der friedlichen Revolution im Jahr 1989. In Eikes Schule hat die Zeit im Geschichtsunterricht für das Thema DDR nicht gereicht. Hoffentlich konnte unser Besuch in Sachsen dieses Defizit etwas ausgleichen.

Café Kaputt in Leipzig

Das  Repair Café „Café Kaputt Leipzig“ befindet sich im gleichen Häuserblock,  in dem wir untergebracht waren und  wurde unser nächsten Ziel.  Die ehrenamtliche Reparaturhelferin Laura freute sich über den Besuch aus Ostwestfalen. Wir besichtigten die Werkstatt  und tauschten  unsere  Erfahrungen aus,  so bekamen wir gute Anregungen, wie es mit unserer Repair Café Initiative in der EFG weiter gehen könnte.

Die Stadt Leipzig hatte uns in der verbleibenden Freizeit einiges zu bieten.  Straßenbahnen brachten uns für wenig Geld an die interessanten Orte.  Schönes Wetter ermöglichte uns einen tollen Blick vom City Hochhaus über die Stadt. Die phantasievoll verkleideten, friedlichen  Teilnehmer des Gothic Treffens  waren  echte Hingucker und ein Besuch auf dem dazugehörigen Mittelaltermarkt wurde zu einem Highlight der Reise.  Vor unserer Abreise brauchten wir noch etwas Kultur. Das neue Museum der bildende Künste mit seiner außergewöhnlichen Architektur und vielen interessanten Werken war ein guter Schlusspunkt.
Die Rückreise verlief staufrei und kurzweilig. Passend zum schwarzen Wochenende in Leipzig haben wir während der Fahrt mit viel Phantasie  50 Morde aus dem Kartenspiel  „Black Stories“ gelöst.  Das Spiel gibt es auch zum Thema Bibel. Das Spiel haben wir umgehend für unsere Gruppe anschafft.  Unglaublich wie viele Morde es in der Bibel gibt.

Alt und Jung hat die außergewöhnliche Reise gut gefallen. Es lohnt sich, Kraft und Zeit in gemeinsame Aktionen mit jungen Menschen zu investieren. Dabei  lernen wir Älteren , wie die Jungen denken und sie lernen ihrerseits, uns zu verstehen. Auf diese Weise können stabile generationsübergreifende Brücken gebaut werden und es hat nebenbei so richtig Spaß gemacht.
Nein, Herford ist wohl nicht der Nabel der Welt, aber halt unsere Heimat, in die wir gern wieder zurück gekommen sind. Die Suche nach dem Nabel der Welt wird weiter gehen.  Wir freuen uns darauf.